Ostinstitut Wismar

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  • Ostinsitut / Wismar

In memoriam Wolfgang Clement

Wolfgang Clement

Wir sind bestürzt über den Tod des langjährigen Präsidenten unseres Institutes Wolfgang Clement, der im Alter von 80 Jahren am Sonntag, dem 27. September 2020, in Bonn verstorben ist.

Wolfgang Clement hat unser Institut im Jahre 2009 in Wismar mit gegründet und seit dieser Zeit ohne Unterbrechung und mit großem Engagement, ja Leidenschaft geführt. Er gehört der Generation an, die den Krieg und seine Folgen noch selber miterlebt haben, und war von Anbeginn von der Idee überzeugt, einen Think Tank zu schaffen, in welchem das Wissen über die rechtliche, wirtschaftliche und politische Entwicklung im Ostseeraum und insbesondere in Russland wissenschaftlich aufbereitet und der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt wird. Dabei hatte Wolfgang Clement nicht zuletzt die Unternehmer im Blick, weil wirtschaftlicher Austausch in seinen Augen am ehesten geeignet schien, die Verständigung zwischen den Völkern zu befördern. Ein Anliegen war ihm darüber hinaus die Förderung der jungen Generation, die durch grenzüberschreitenden Austausch ihren Horizont erweitern sollte.

Wenn Wolfgang Clement von einer Sache überzeugt war, kannte sein Engagement keine Grenzen. Er brachte sich ein, man konnte ihn zu jeder Tages- und Nachtzeit anrufen, er war immer erreichbar. Für einen ehemaligen Ministerpräsidenten und Bundesminister, welcher sich um die Wirtschaftspolitik Deutschlands verdient gemacht hat, ist dies keine Selbstverständlichkeit.

Der Ausgleich mit Russland und die Vorstellung, eine Annäherung durch Handel und Wirtschaft zu erreichen, trieb Herrn Clement an. Er war von der neuen Ostpolitik Willy Brandts geprägt und von der Überzeugung, dass man miteinander sprechen müsse, wenn auch manchmal vielleicht offen und hart. Entscheidend war für ihn, dass der Dialog auch in schwierigen Zeiten niemals abriss.

Wolfgang Clement öffnete viele Türen und ermöglichte dem Institut, Pläne zu realisieren, die ohne seine Unterstützung nicht hätten umgesetzt werden können. Er war die treibende Kraft hinter den „Wirtschaftspolitischen Gesprächen“, die unser Institut alljährlich ausrichtet, und die sich zu einer Plattform für Russland-Experten entwickelt haben. Und ohne ihn wäre auch der Russlandtag Mecklenburg-Vorpommern schwerlich denkbar gewesen.

Mit seiner Klugheit, seiner Weltoffenheit, seinem Charisma und der Fähigkeit, Menschen für sich einzunehmen, hat er der Sache der Verständigung der Völker und der Überwindung von Grenzen einen großen Dienst erweisen. Vergessen werden wir auch nicht seine ausgesuchte Freundlichkeit und Herzlichkeit, mit der er uns bedachte.

Es ist ein großer Verlust für unser Institut und für uns persönlich auch. Wir denken an ihn, an seine Frau Karin, seine Töchter und ihre Familien.

Professor Dr. Joachim Schramm
Professor Dr. Andreas Steininger
Dimitri Olejnik
die Mitarbeiter des Ostinstitutes Wismar