Ostinstitut Wismar

  • Technologie- und Forschungszentrum
    im Alten Holzhafen von Wismar
  • Hafen von Danzig
  • Blick auf Riga
  • Innenstadt von Sankt Petersburg
  • Moskau
  • Sophienkathedrale in Kiew
  • Ostinsitut / Wismar

Hintergründe

Wirtschaftliche und politische Beziehungen sind in Zeiten der Globalisierung einem rasanten Wandel unterworfen. Sichtbarer Ausgangspunkt dieses Wandels war der Zusammenbruch der Sowjetunion. Seitdem haben sich deutsche Firmen in wachsendem Umfang in Russland und dem Ostseeraum niedergelassen. Allein in Russland sind derzeit über 6000 deutsche Unternehmen tätig. Es besteht daher von deutscher Seite eine große Nachfrage nach praxisnahen Informationen über die rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse der dortigen Staaten. Darüber hinaus haben viele Firmen einen Bedarf an Personal, das nicht allein wissenschaftlich vorgebildet, sondern durch seine Ausbildung mit den tatsächlichen rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnissen in den Staaten des Ostseeraumes vertraut ist.

Deutschland und Russland sind strategische Partner. Partnerschaft setzt Wissen voraus.  Dennoch herrscht derzeit ein Mangel an Wissen über Russland in Deutschland, das über die tagespolitische Berichterstattung hinausgeht. Es besteht ein Bedarf an tiefergehenden Darstellungen, insbesondere von rechtlichen Themen, die eine Einordnung und Bewertung der Geschehnisse unter Berücksichtigung der weiteren Hintergründe ermöglichen.

Wissen ist keine Einbahnstraße. Ebenso groß wie der Bedarf an Wissen über Russland und die Staaten des Ostseeraums in Deutschland ist das Interesse an Informationen über Deutschland und das deutsche Recht in den russisch-sprachigen Ländern. Dabei stellt die Sprachbarriere ein Zugangshindernis dar, das sich für Deutschland im Verhältnis zu anderen Rechtsordnungen, insbesondere den angelsächsischen,  als ein Wettbewerbsnachteil auswirkt.

Russland und Deutschland streben eine Modernisierungspartnerschaft an, nicht zuletzt auf dem Gebiet des Rechts. Eine Unterstützung von deutscher Seite bei der Modernisierung des russischen Rechts setzt aber Kenntnisse über dessen Funktionsweise in der Praxis (‚law in action‘) und die in den Ländern anstehenden Regelungsprobleme voraus. Dies ist ein breites und bedeutsames Forschungsfeld, das derzeit lediglich von internationalen Organisationen und angelsächsischen Universitäten bestellt wird.

Ungeachtet dieser Entwicklung wurden in den vergangenen Jahren Institute und Einrichtungen in Deutschland, die sich auf Recht oder Wirtschaft in Osteuropa spezialisiert hatten, entweder stark eingeschränkt oder gar ganz geschlossen. Ein Beispiel aus jüngster Zeit ist das Institut für Ostrecht der Universität Hamburg, das nach dem Ausscheiden des bisherigen Lehrstuhlinhabers nicht weiter geführt wird. Aber auch andere Institute waren von Zusammenlegungen, Kürzungen und gänzlichen Streichungen betroffen.

Eine solche Lücke in der Ausbildungs- und Forschungslandschaft stellt nicht nur einen gewichtigen Mangel im Hinblick auf die Bedeutung Deutschlands als Exportnation dar. Darüber hinaus begründet sie die Gefahr, dass in Deutschland und Europa das Verständnis für die Geschehnisse in dieser sich entwickelnden Region der Welt verloren geht und so die Chance, beratend tätig zu werden, verspielt wird.

Vor diesem Hintergrund haben Herr Wirtschaftsminister a.D. Wolfgang Clement, der Leiter des Instituts für Ostrecht Hamburg, Herr Prof. Dr. Otto Luchterhandt, der Direktor der Vertretung aller europäischen Unternehmen in Moskau (Association of European Businesses), Herr Dr. Frank Schauff, der Leiter der Fachbereichs Wirtschaftsrecht der Hochschule Wismar, Herr Prof. Dr. Peter Kiel und Herr Prof. Dr. Andreas Steininger, Dipl.-Ing., das Institut für „Recht, Wirtschaft und Handel im Ostseeraum e.V.“ oder „Ostinstitut Wismar“ am 11. Dezember 2009 in Wismar ins Leben gerufen.

Seit November 2012 wird die Arbeit des Ostinstituts durch das Land Mecklenburg-Vorpommern und den Projektträger Jülich im Rahmen des Projektes ‚deutsch-russisches Forschungs- und Innovationsdreieck‘ für den Zeitraum von zwei Jahren gefördert.