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Russland: neuer Wirtschaftsminister

05.12.2016
Russland: neuer Wirtschaftsminister

Nachdem der ehemalige Minister für Wirtschaftsentwicklung Alexey Uljukajew wegen Korruptionsverdacht entlassen worden war, hat Präsident Putin den 34-jährigen Maxim Oreschkin zum Wirtschaftsminister ernannt.

Oreschkin arbeitete in verschiedenen großen Banken in Russland, seit 2013 im Finanzministerium und seit Mai 2015 als Vize-Finanzminister.

Unter den Fachleuten wird die Ernennung begrüßt. So hält  z.B. die Vorsitzende der russischen Zentralbank Elvira Nabiulina Maxim Oreschkin für einen der stärksten Makroökonomen in Russland. Er fürchte sich nicht vor schwierigen und schweren Aufgaben.

Nachfolgend einige seiner Äußerungen zu verschiedenen Wirtschaftsfragen in der letzten Zeit:

Über den Rubelkurs

„Das Schlüsselelement der Politik der Zentralbank ist der freie Währungskurs, was bedeutet, dass im Falle der Änderung der Zahlungsbilanz der Kurs sofort ein neues Gleichgewicht findet. Dies bedeutet auch, dass man nicht jederzeit erwarten kann, dass sich ohne Änderung von Außenumständen eine erhebliche Änderung der Kursdynamik vorkommt“.

Über den Ölpreis

„Unsere Grundidee ist das Niveau von Preisen auszuwählen, das strukturstabil in der langfristigen Perspektive zu sein scheint, und auf dessen Basis die makrowirtschaftliche Politik zu bauen. Man darf nicht auf 70-80 (US-Dollar pro Barrel) hoffen. Wir leben in einer Welt, in der das Erdöl 40-50 (US-Dollar pro Barrel) kosten wird. Alles, was darüber ist, ist vorläufig und darauf darf man sich nicht stützen, man darf darauf nicht die Wirtschaftsentwicklung basieren. Alles, was darunter ist, kann man möglicherweise irgendwie durch stimulierende Maßnahmen kompensieren. Aber wiederum sollte man sich auf 40-50 (US-Dollar pro Barrel) orientieren“.

Über die Disparität in der russischen Wirtschaft

„Die strukturellen Disparitäten in der russischen Wirtschaft sollte man überwinden, um ein höheres Tempo des Wirtschaftswachstums zu erreichen. Die Hauptdisparität ist der niedrige Anteil der Investitionen an dem Bruttoinlandsprodukt. Zurzeit haben wir den Anteil an dem BIP i.H.v. 17-18% und es ist offenbar, dass dieses Niveau der Wirtschaft mit dem Tempo nicht über 1,5% des BIP wachsen lässt“.

Über das „Gaspedal“ 

 Das Einzige, wo sich das „Gaspedal“ befinden kann, ist außerhalb des Staates, in der Privatwirtschaft. Wir hoffen, dass der private Sektor aktiv auf die in den letzten paar Jahren gewachsene Rentabilität des eigenen Business mit der Erhöhung privater Investitionen reagieren wird. Das ist so nach unserer Meinung, weil die Wirtschaft nur auf dieser Weise wachsen kann sowie schneller, als sie es jetzt macht“.

Über die Chinas Wirtschaft

„Ich werde nicht müde, zu wiederholen, dass das Model des Chinas Wachstums nicht stabil ist, dass die gigantischen strukturellen Disparitäten akkumuliert sind. Die letzten Angaben zeigen, dass die zweite Welle der Kapitalabführung begann. In den letzten Monaten ist die Abfuhr größer als in den vorherigen Monaten. Es ist durchaus möglich, dass es zwei Geschichten gibt, die, insbesondere wenn sie gleichzeitig vorkommen, den schlechten Dienst für die chinesische Wirtschaft spielen können“.

Quelle: www.ria.ru

Fotoquelle: www.kremlin.ru

 

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