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Russland: Doing Business Report 2017

14.11.2016
Russland: Doing Business Report  2017

Die Weltbank hat im Oktober 2016 den Doing Business Report 2017 veröffentlicht. Russland  hat sich in diesem Jahr leicht von dem 36 auf den 40 en Platz verschlechtert, liegt damit aber immer noch weit vor China (78) und Brasilien (123).   

Auch wenn die Methodologie, mittels der die Berichte der Weltbank erstellt werden, sicher nicht über jeden Zweifel erhaben ist und vermutlich auch nicht frei von politischen Erwägungen ist, so sind sie doch für die Praxis von nicht zu unterschätzender Bedeutung. Mangels anderer Quellen nutzen viele Investoren die Einschätzung der Weltbankexperten als eine Bewertungshilfe. Die dort einer vergleichenden Bewertung zugrunde gelegten Faktoren sind nicht allein ausschlaggebend für eine Investitionsentscheidung, aber sicherlich richtungsweisend. Viele Länder bemühen sich deswegen, ihre Gesetzgebung daran auzurichten. Dabei untersucht die Weltbank nicht in erster Linie rechtliche Regelungen, als vielmehr praktische Fragen einer Unternehmensgründung. Dabei steht weniger die Rechtssicherheit im Vordergrund, als Schnelligkeit und geringe Kosten. Dies ist auch der Grund dafür, warum sich Deutschland (Rang 17) hinter Estland (12), Lettland (14) und Georgien (16) wiederfindet.

Zu den untersuchten Faktoren gehören

1. Das Verfahren zur Gründung eines Unternehmens einschließlich der Registrierung einer juristischen Person.

2. Das Verfahren zum Erwerb einer Baugenehmigung;

3. die Möglichkeit zum Bezug von Energie (Elektrizität);

4. das Verfahren zur Registrierung von Immobilieneigentum;

5. die Möglichkeit, einen Kredit zu erhalten;

6. den Schutz von Minderheitsinvestoren;

7. die Besteuerung;

8. den grenzüberschreitenden Handel;

9. das Verfahren zur zwangsweisen Druchsetzugn von Rechten und

10. die Durchführung eines Insolvenzverfahrens.

Zu Russland wird in dem Bericht festgestellt, dass die Verfahren zur Gründung eines Unternehmens und die Registrierung von Eigentum in einer Weise geregelt sind, die weitgehend den dort vertretenen Standards entsprechen. Auch das Steuersystem und die Möglichkeiten zum Bezug von Elektrizität werden zwar schwächer eingeschätzt aber immer noch in vertretbarem Abstand zu den Standards. Die Effektivität der Verfahren der Zwangsvollstreckung werden weniger gut bewertet und die Möglichkeiten zum Erhalt eines Kredits und zur Erlangung einer Baugenehmigung schon als kritisch. Als wesentliche Schwachstellen werden in Russland der Schutz von Minderheitsgesellschaftern, das  Insolvenzverfahren und der grenzüberschreitende Handel ausgemacht.       

Quelle: Doing Business 2017 Russia Economic Profile 2017

Fotoquelle: www.report.az

 

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