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Russische Presse zum Wahlsieg von Donald Trump

10.11.2016
Russische Presse zum Wahlsieg von Donald Trump

Am 8.11.2016 hat Donald Trump die Präsidentenwahl in den USA gewonnen. In Russland wie in der ganzen Welt war dies das Thema Nr. 1.

Wladimir Putin hat angedeutet, dass Russland zur Wiederherstellung der russisch-amerikanischen Beziehungen bereit sei. Viele Experten und Journalisten haben jedoch Zweifel, dass die Politik von Trump zur Verbesserung der Beziehungen zwischen Moskau und Washington führen würde.

Die „Nesavisimaja gazeta“ (übersetzt: „Unabhängige Zeitung“) schreibt, dass mit dem Sieg von Donald Trump die Welt nicht untergehe. Trump werde pragmatisch und verzichte auf seine odiosesten Versprechungen. Das politische System in den USA lasse nicht zu, dass ein neuer Präsident den politischen Kurs grundlegend ändert. Das Oberste Gericht und der Kongress könnten weiterhin den Präsidenten kontrollieren.

Der gleichen Meinung ist auch das Massenblatt „Moskovskij Komsomolez“. Der Sieg von Donald Trump sei ein Horrorszenario nicht nur für das amerikanische Establishment. Trump sei aber zum Präsidenten des Landes gewählt worden, in dem das System stärker als jeder einzelne Politiker sei.

Russland sei „das Reich des Bösen“ nicht nur für Hillary  Clinton, sondern auch für viele Republikaner, sodass die Befürchtungen hinsichtlich Trumps begründet seien.  Es sei also ungewiss, wo der Kurs von Trump hin führen würde und ob Trump für die russisch-amerikanische Beziehungen gut wäre. Trump gebe jedoch diesen Beziehungen eine neue Chance. Zusammengefasst kann man sagen, die Unberechenbarkeit von Trump könnte zwar Ärger für Russland bringen, diese lasse jedoch zumindest auf eine Verbesserung der Beziehungen hoffen.

Die regierungsnahe „Rossijskaja Gazeta“ schreibt, dass die Trum Administration wahrscheinlich zu Beginn eine im Vergleich zu Hillary Clinton weniger feindliche Position zu Moskau wählen werde. Es gebe jedoch Zweifel, dass dabei viel erreicht werden könnte. Russland und die USA haben Meinungsverschiedenheiten wegen eines Interessenkonflikts, der nicht dank Trumps Bestreben nach einem persönlichen Treffen mit Putin gelöst werden könnte. In der mittel- und langfristigen Perspektive hätte aber die neue amerikanische Präsidialverwaltung keine andere Wahl als eine pragmatische Zusammenarbeit mi Moskau zu suchen.

Die Tageszeitung „Vedomosti“ schreibt, dass die Rolle Russlands nicht übertrieben werden sollte.  Die Wahl der Amerikaner haben die inländischen Probleme bestimmt. Dies sei eine Protestabstimmung gewesen.

Der liberal-wirtschaftsorientierte „Kommersant“ schreibt, dass die russische Duma den Sieg von Trump mit Optimismus getroffen habe. Für die russische Seite sei der Machtwechsel in den USA Anstoß geworden, die russisch-amerikanische Beziehungen neu anzusehen. Dies könnte zur Entspannung in der Propagandahitze führen. Wie Trump die Umsetzung des Wechsels schaffen würde, sei aber unklar. Im Kongress unterstützen einen harten Kurs gegenüber dem Kreml sowohl die Demokraten aus auch die Republikaner.

Die Tageswirtschaftszeitung RBC (RosBusinessConsulting) schreibt, dass Moskau auf die Lockerung der amerikanischen Sanktionen im Jahr 2017 hoffen könnte. Trump könnte dies sehr schnell ohne die Einschaltung vom Kongress machen. Denn die Sanktionen seien durch Erlasse von Obama erhoben worden. 

Fotoquelle: www.expert.ua

 

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