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Rubel ist auf einem Rekordtief

30.09.2014
Rubel ist auf einem Rekordtief

Am 29.09.2014 stieg der Kurs für einen Euro erneut auf über 50 Rubel. Der Kurs für einen Dollar erreichte zum ersten Mal 39,6 Rubel. 

Die russischen Experten verbinden die Abwertung des Rubels mit folgenden Faktoren: 

In der letzten Woche haben Unternehmen die letzten Zahlungen von der Einkommensteuer geleistet (insgesamt 300-350 Milliarden Rubel). Mit dem Abschluss der Steuerperiode verkaufen Exporteure weniger Dollars. Die Nachfrage nach Dollars bleibt jedoch hoch. Die fehlende Unterstützung durch die  Exporteure entzog damit der russischen Währung jede Hoffnung auf ein Wachstum der Dollarmenge.

Gleichzeitig gibt es mehrere negative Faktoren, die den Rubel unter Druck setzen. In der Ostukraine haben am letzten Wochenende  die ukrainische Streitkräfte die seit der Ankündigung der Waffenruhe schwerwiegendsten Verluste erlitten. Die Investoren befürchten, dass bei einer solchen Entwicklung die westlichen Sanktionen gegen Russland nicht aufgehoben werden. Russische Unternehmen müssen daher ausländische Währungen akkumulieren, um ausländische Kredite bezahlen zu können. Nach Einschätzung der russischen Experten haben russische Unternehmen bis zum Jahresende 2014 noch 33 Milliarden US-Dollars, im Jahr 2015 57 Milliarden US-Dollars zurückzuzahlen. Gegen Rubel ist auch die Stärkung der US-amerikanischen Währung auf dem globalen Markt. 

Der Wert der beiden wichtigsten Währungen (Euro und US-Dollar) ist jedoch nah an der Grenze, nach deren Überwindung die Zentralbank Russlands mit ihren Interventionen auf den Markt einwirken soll. Die Zentralbank ergreift keine Maßnahmen zur Stabilisierung des Rubels seit Mitte August 2014. Die Zentralbank würde zur Eindämmung der Nachfrage 350 Millionen US-Dollars verkaufen. Falls dies nicht ausreicht, werden die Interventionen mit gleichzeitiger Erhöhung der durch die Zentralbank festgelegten Grenze fortgesetzt. 

Die zu erwartende Unterstützung durch die Zentralbank sowie das geringe Maß der im Oktober-November fälligen Zahlungen ins Ausland legen nahe, dass eine weitere Abwertung des Rubels nur begrenzt erfolgen wird. Außerdem kann die Zentralbank den Leitzins um 1-2 % erhöhen, was zur Begrenzung der Inflationserwartungen sowie zur Stabilisierung des Währungskurses führen würde. 

 

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