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Oppositioneller TV-Sender "Doschd" kämpft ums Überleben

06.02.2014
Oppositioneller TV-Sender

Der russische oppositionelle Fernsehkanal "Doschd", der Präsident Putin und die Regierung regelmäßig attackiert, steht kurz vor der Pleite. Auslöser der Schwierigkeiten war eine umstrittene Umfrage zum 70. Jahrestag des Endes der Belagerung Leningrads (heute Sankt Petersburg) durch die deutsche Wehrmacht. Die von den Redakteuren gestellte Frage lautete, ob man Leningrad hätte aufgeben sollen, um die Zahl der zivilen Opfer zu verringern (Während der 900-Tage dauernden Belagerung sind über 1 Mio Einwohner der Stadt ums Leben gekommen).

Die Formulierung löste breite Verärgerung in Russland aus. Sprecher von Präsident Putin, Dmitrij Peskov warf dem Sender die Unprofessionalität vor und erklärte, dass die Umfrage jenseits der Moral sei. Aufgrund der Beschwerden der Einwohner  sowie der Abgeordneten der Stadtduma von St. Petersburg wurde der Sender durch die zuständige Aufsichtsbehörde für Massenmedien (Roskomnadzor) sowie die Staatsanwaltschaft geprüft. Bei der Prüfung wurden zwar keine Gründe für die Schließung des Senders sowie für die Verhängung von Sanktionen festgestellt. Jedoch haben alle wichtigten Rundfunkbetreiber Russlands (insgesamt über 40 Mio Abonnenten) "Doschd" aus den Kabelnetzen genommen mit der Begründung, dass es Meinungsverschiedenheiten über die redaktionelle Linie gebe sowie dass die Umfrage eine Rufschädigung für die Betreiber verursacht habe. Die Verantwortlichen von "Doschd" beklagen dagegen politischen Druck aus Kreml.  

Zukünftig wird "Doschd" nur noch über das Internet sowie von einigen regionalen Anbietern ausgestrahlt. 

Fotoquelle: www.sostav.ru

 

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