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Keine Lehren aus der Geschichte? - die russische Presse zur aktuellen Lage in der Ukraine

01.09.2014
Keine Lehren aus der Geschichte? - die russische Presse zur aktuellen Lage in der Ukraine

Die russische Presse zur aktuellen Lage in der Ukraine: 

Die "Nesavisimaja Gazeta" (übersetzt "Unabhängige Zeitung") zitiert den russischen Außenminister Sergej Lavrov. Bei einem Auftritt vor Studenten in Moskau wendet sich Sergej Lavrov an den Westen mit rhetorischen Fragen: Wieso fordert Europa überall, die Gewaltanwendung gegen die Zivilbevölkerung zu vermeiden, jedoch in der Ukraine nicht? Weil dort Russen getötet werden? 

Die regierungsnahe "Rossijskaja Gazeta" schreibt zu dem Vorwurf der Ukraine und der NATO, dass das russische Militär im Osten der Ukraine einmarschiert sei: Eine Entscheidung über die Verwendung des russischen Militärs im Ausland kann durch den Präsidenten mit der Erlaubnis des Föderationsrats Russlands getroffen werden. Der stellvertretende Vorsitzende des Verteidigungsausschusses des Föderationsrats Evgenij Serebrennikov hat zugesichert, dass dem Föderationsrat kein Antrag des Präsidenten auf einen möglichen Einmarsch in die Ukraine vorliegt. Der stellvertretende Vorsitzende des Verfassungsgesetzgebungsausschusses des Föderationsrats Alexej Akexandrov hat erklärt, dass die im März 2014 erteilte Erlaubnis zur Verwendung des Militärs in der Ukraine der russische Präsident nicht gebraucht hat, sondern im Juni 2014 zurückgenommen. Die Erklärung von dem ukrainischen Präsidenten Poroschenko über die russische Invasion sei nur Bluff. Er versuche damit die Niederlagen der ukrainischen Armee irgendwie zu erklären.  Poroschenko erläutere nur die Stellung der USA. Die Ukraine werde faktisch durch den amerikanischen Außenminister und den CIA-Chef regiert.

Das Massenblatt "Moskovskij Komsomolez"  schreibt über den Krieg in der Ukraine:

Alle Vergangenheit ist nur ein Prolog. Das Zitat von William Shakespeare klingt insbesondere am 1. September 2014 sehr ominös. Vor 75 Jahren, am 1.09.1939 begann der 2. Weltkrieg. Die heutige Generation ist mit einer Vorstellung aufgewachsen, dass der Frieden in Europa etwas ist, was von Anfang an als geschenkt gegeben gewesen sei. Wir seien gegen Krieg geimpft worden. 

Jetzt hat sich aber herausgestellt, dass die Immunität nicht absolut ist. Der Kriegsvirus ist wieder aktiv. Michail Gorbatschev warnt bereits sehr ernst vor einer schrecklichen Schlacht in Europa.

Die Vergangenheit geht nie ganz weg. Sie nimmt an dem Aufbau der Zukunft teil. So ist der 2. Weltkrieg bei der Einschätzung der Ukraine-Krise nicht wegzudenken. 1939 hat Stalin einen Teil von Polen an die Sowjetunion angeschlossen. Die sowjetische Ukraine erhielt die osteuropäische Region - Galizien (heute Lemberg, Ivano-Frankovsk, Ternopol u.s.w.). 2014 spielte diese Eroberung eine Rolle der Triebkraft des Machtstreiches in der Ukraine. Danach hat die aggressive Politik der "Galizienisierung" der russischsprachigen Bevölkerung der Ostukraine den Mechanismus des Bürgerkriegs in Gang gesetzt. 1939 ist also ganz nah. 

Die weitere schreckliche Rolle in der Eskalation der Krise spielte die Politik der USA und der EU. Die politischen Eliten haben die Lehren des 2. Weltkrieges vergessen, insbesondere, dass man Interesse von Moskau berücksichtigen sollte. Es werde nicht empfohlen, ohne Notfall auf den russischen Bär zu treten. 

Die Eindämmungspolitik gegenüber Russland war die Grundlage des außenpolitischen Kurses des Westen seit 1945. Das vorsichtige Vordringen des Westens in die Einflusssphäre Russlands war bereits seit 1991 zu beobachten. Erst 2013-2014 haben aber die USA und die EU die Vorsicht, den vernünftigen Verstand und die nüchterne strategische Kalkulation beiseite geschafft.

Noch 1991 hat der damalige US-Präsident Georg Bush Senior beim Auftritt vor dem ukrainischen Parlament erklärt: Die Unabhängigkeit und die Freiheit unterscheiden sich. Die USA werden diejenigen nicht unterstützen, die versuchen würden, die den Tyrannei aus dem Zentrum durch den örtlichen Despotismus zu ersetzen. Die USA werden den auf ethnischem Hass basierenden Nationalismus nicht fördern. Georg Bush wusste, worüber er sprach. Er hat persönlich am 2. Weltkrieg teilgenommen. Die heutigen westlichen Politiker wurden auf diese Weise nicht gegen Krieg geimpft. Sie alle sind nach dem Krieg geboren.

Der Westen hat sich durch die eigene propagandistische  Rhetorik in die Irre geführt. Er unterstützt jetzt offen denselben ukrainischen Nationalismus, vor dem Georg Bush gewarnt hat. Der Westen war ganz sicher, Moskau müsse man nicht ernst nehmen. Moskau werde seinen Status wieder hinnehmen, d.h. dass Russland ein Land sei, dem man nicht zuhören müsse. Die Prognose war jedoch falsch. Die Leichtfertigkeit des Westens sowie die fantastische Verantwortungslosigkeit der ukrainischen Politiker hatten den Halbzerfall der Ukraine zur Folge. Dies führte dann zum Krieg.

Hoffentlich beginnt jedoch kein großer Krieg in Europa. Der Krieg ist noch nicht einprogrammiert. Denn viele im Westen verstehen schon, dass die gute Beziehungen mit Russland auch wichtig sind.   

Fotoquelle: www.newsmoldova.ru 

 

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