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Kazakhstan - World Bank Studie zum Energiesektor

18.12.2017
Kazakhstan - World Bank Studie zum Energiesektor

In Zusammenarbeit mit dem kasachischen Energieministerium brachte das Team der World Bank eine Studie zum Thema Energiesektor raus. Mit diversen Beratern und Energieexperten wurde der Wandel genauestens analysiert. Hintergrund ist hier die massive Änderung des Energiesektors nach Kasachstans Unabhängigkeit im Jahr 1991. Trotz der Fortschritte, vor allem im Hinblick darauf, dass der Energiesektor ein früher Anwärter eines liberalisierten Multimarkt-Modells war, sind die Sektorreformen unzureichend. Im Zuge dessen engagierte sich die World Bank mit dem Ziel die kasachische Regierung zu informieren, indem sie die wichtigsten Herausforderungen identifiziert, mit denen der Elektrizitätssektor konfrontiert wird, um dann mögliche Lösungsansätze und Maßnahmen darzulegen.

Vorgehensweise

Der Ausgangspunkt hierbei war, dass die hohe Energieintensität des Bruttoinlandproduktes eine außerordentliche Belastung darstellt, wodurch die erforderlichen Investitionen, um den Strombedarf zu decken im Bereich von 54,6 – 96,2 Milliarden US Dollar lagen. Auf der Grundlage von Analysen wurden unterschiedliche Szenarien entwickelt, die unter anderem Kosten und Vorteile für den Zeitraum von 2015 - 2045 abdecken sollen. Diese Szenarien ziehen einerseits in Erwägung, dass Kasachstan sich in Richtung einer grünen Wirtschaft entwickelt, andererseits die Investition in zusätzliche Kapazitäten. Das wahrscheinlichste Szenario jedoch ist, dass Kasachstan die Optimierung und Übertragung fördert, während die aktuellen Richtlinien eingehalten werden.

Wirtschaftliche Prognose

Nach Russland hat Kasachstan die zweitgrößte Ölförderung mit einer gesamten Ölproduktion im Jahr 2014 von 1,7 Millionen Barrel pro Tag. Diese Ressourcen wurden effizient genutzt, um den Wohlstand zu steigern und die Armut zu verringern. Aufgrund des stagnierenden außenwirtschaftlichen Umfeldes, vor allem durch die wirtschaftlichen Schwierigkeiten Russlands, wurde beschlossen, dass eine zu dominante Rolle des Staates verhindert werden sollte und der Privatsektor daher umso mehr verbessert.

Aufgrund der schwachen Auslandsnachfrage im Jahr 2014 verlangsamte sich das Wachstum. Es wird vermutet, dass die Ölpreise niedrig bleiben und sich erholen, was allerdings zu einem höheren Verbrauch führt, wodurch auch das BIP Wachstum niedriger ausfallen wird. Die privaten Investitionen halten sich somit etwas zurück, da die Aussichten sehr unsicher sind.

Sektorreform

Auch wenn das Kohlevorkommen in Kasachstan riesig ist, ist der Großteil aus eher minderwertiger Kohle mit niedrigem Heizwert. Daher wird das meiste Strom aus Erdgas erzeugt. Zwar ist der Übergang zur Erdgaswirtschaft tendenziell möglich, problematisch ist die geringe finanzielle Attraktivität der Pipelines. Der kasachische Präsident leitete infolgedessen eine Neuordnung der Regierung an, dass die Ministerien reduzierte und eine technische Regulierung vorsieht. Dieses Regulierungssystem ist nicht nur mangelhaft sondern erhält auch wenig Aufmerksamkeit, schaut man sich das neue Energiekonzept an. Das neue Regulierungssystem würde die Kosten für den Stromsektor erheblich reduzieren.

Die Verbesserung der Privatisierungspolitik und die Problematik der Investitionen sind weitere Kernpunkte. Nicht viele Unternehmen verfügen über genug Investitionsanreize, was folglich zur Preiserhöhung führt. In Kombination mit der Kapazitätskrise führte das dazu, dass die Regierung ein System schaffen wollte, dass die Erzeuger dazu zwingt Anreize für Investitionen zu schaffen. Die Erzeuger wurden dann in Tarifgruppen zusammengefasst, wodurch die Erzeuger dazu verpflichtet wurden ein Investitionsprogramm zu entwickeln. Ob diese Investitionen wirtschaftlich effizient waren ist jedoch bedenklich. Die Stromversorgung blieb weiterhin qualitativ eher mangelhaft.

Zusammenfassung

Insgesamt soll das Ziel eine Verlagerung von Kohle zu Erdgas sein, nicht nur um das Energiekonzept der Zukunft zu fördern, sondern auch Anreize für Investitionen zu schaffen, ebenso wie ein verbesserter Wettbewerb.

M. Ciongwa

https://openknowledge.worldbank.org/bitstream/handle/10986/25742/9781464809712.pdf?sequence=4 Fotoquelle: www.azh.kz

 

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