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General Motors zieht sich vom russischen Markt zurück

22.03.2015
General Motors zieht sich vom russischen Markt zurück

Am 18.32015 hat der amerikanische Konzern General Motors unerwartet erklärt, sich bis Mitte 2015 vom russischen Markt zurückzuziehen.  Fast alle Fabriken des Unternehmens in Russland sollen geschlossen werden. Es soll nur ein gemeinsames Projekt mit dem russischen Autohersteller AutoVAZ bleiben. Im Übrigen wird GM nur im Ausland hergestellte Autos der Premium-Klasse (Cadillac und Chevrolet) verkaufen. Opel  zieht sich komplett vom russischen Markt zurück. 

Der Geschäftsführer der Opel Group Karl Thomas Neumann erklärte, dass ein ausreichender Grad an Lokalisierung nicht erreicht worden sei. Die Lage auf dem Markt rechtfertige keine  langfristigen Investitionen. 

Nach der Industriemontagevereinbarung, die zwischen GM und dem russischen Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung geschlossen wurde, hat sich GM verpflichtet, bis zum Ende 2020 eine Lokalisierung von 60 % zu erreichen. Die Vereinbarung ist nun eingestellt worden. GM hat daher keine Zollbegünstigungen bei der Einfuhr von Automobilkomponenten mehr. 

Für die Umgestaltung plant GM ca. 600 Millionen US-Dollar auszugeben (Umgestaltung des Dealer-Netzes, Kündigung von Verträgen, Kündigung von über 1000 Mitarbeitern, Wartung der konservierten Fabriken). Die gekündigten Mitarbeiter sollen bis zu 7 Monatsgehälter als Abfindung bekommen. 

Nach Einschätzung russischer Experten war die Entscheidung "rein pragmatisch". Nach Erhöhung der Verkaufspreise um 50 % sei die Produktion von GM nicht mehr wettbewerbsfähig im Vergleich zu Kia, Hyndai, Volkswagen, Nissan. GM könne auf den russischen Markt in 1,5 - 2 Jahren zurückkommen. Zu dieser Zeit werde ein Marktwachstum erwartet.Jetzt werde die Nische durch koreanische und japanische Konzerne besetzt. 

In Russland wird ferner spekuliert, dass die Entscheidung von GM politisch motiviert gewesen sei. Die Meinung ist aber nicht verbreitet. 

Von der Entscheidung von GM sind fast 2,5 Millionen Autobesitzer in Russland betroffen. Im Moment fahren in Russland über 400.000 Chevrolet und über 200.000 Opel  unter Garantie. Seit 2002 wurden in Russland insgesamt über 1,5 Millionen Autos von Chevrolet und Opel hergestellt (ca. 9 % von allen hergestellten Autos). Die Zahl der offiziellen Dealer dieser Marken beläuft sich auf fast 300 mit über 25.000 Mitarbeitern. Nun sollen etwa ein paar Dutzend Dealer bleiben. Die anderen überlegen, GM auf Schadensersatz zu verklagen.

 Fotoquelle: www.auto.tsn.ua

 

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