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Die Zentralbank lässt den Rubel fallen - zum Wohle der russischen Wirtschaft?

21.02.2014
Die Zentralbank lässt den Rubel fallen - zum Wohle der russischen Wirtschaft?

Der russische Rubel steht derzeit unter sehr starkem Druck. Sein Wechselkurs sinkt seit mehreren Wochen. Ein Euro ist nun über 49 Rubel wert so schwach wie noch nie seit der Jahrtausendwende.

Grund für die Abwertung war aber nicht nur die Ankündigung der US-Notenbank Fed, das Anleihekaufprogramm zu drosseln. Die russische Zentralbank hat bereits Anfang November 2013 angekündigt, den Kurs des Rubels ab 2015 fallen zu lassen. In den vergangenen Wochen hat die Zentralbank keine Maßnahmen mehr unternommen, um den Rubel gegenüber dem Euro stabil zu halten. Bislang wurde, soweit sich ein Anzeichen der Schwäche des Rubels zeigte, größerer Geldmengen vom Markt genommen, um den Abstand zum Euro auf dem Niveau von ungefähr 1:40 zu halten. 

Außerdem wurde auf höchster politischer Ebene über die Vorteile des schwachen Rubels für die Wirtschaft Russlands diskutiert. Die Abwertung sollte für die Wirtschaft einen positiven Effekt haben. Der russische Export würde wesentlich besser laufen. Die russischen Exporteure würden dadurch gewinnen, dass ihre Einnahmen in ausländischer Währung fließen, die Ausgaben wie z. B. Steuern und Gehälter würden aber in Rubel gezahlt. Auf der anderen Seite würde der Import wegen der höheren Preise zurückgehen, so dass russische Hersteller auf dem russischen Markt besser gestellt wären und somit in die Modernisierung und die Schaffung neuer Arbeitsplätze investieren könnten. Schließlich sollte die Abwertung der Regierung auch dazu dienen, ihr Programm der neuen Industrialisierung durchzuziehen.

Aus der letzten Wirtschaftskrise hat man in Russland die Schlussfolgerung gezogen, dass die hohe Abhängigkeit von Öl-und Gasexporte auf Dauer keine ausreichende Sicherheit für die Wirtschaft bietet. Nun will man das produzierende Gewerbe gegenüber ausländischen Produkten zumindest im Hinblick auf den Preis konkurrenzfähiger machen.

Gemäß dem letzten Bericht über die Währungspolitik ist die Zentralbank allerdings nicht mehr so sicher hinsichtlich des positiven Effektes des schwachen Rubels, weil die so starke Abwertung die bisherigen Pläne zur Inflationssenkung zunichte machen. Die Zentralbank hat zugegeben, dass in langfristige Perspektive der schwache Rubel wesentlich mehr negative Folgen haben könnte, als zunächst erwartet.  

 

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