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Auswirkungen der Finanzsanktionen auf die russische Wirtschaft

12.04.2016
Auswirkungen der Finanzsanktionen auf die russische Wirtschaft

Dei beiden russischen Experten E. Gurvitsch und I. Prilepskij haben die Ausirkungen der westlichen Finanzsanktionen gegen Russland auf die Entwicklung der russischen Wirtschaft untersucht.

Mit den Verordnungen VO (EU) Nr. 833/14 und 960/14 wurde für fünf mehrheitlich staatseigene Finanzinstitute und deren Tochterunternehmen sowie für drei große russische Energieunternehmen und drei Rüstungsunternehmen der Zugang zu den Kapitalmärkten der EU beschränkt und ihnen damit die Möglichkeit genommen, „frisches“ Geld zu organisieren.

Außerdem ist aufgrund der Sanktionen des US-Finanzministeriums die Abwicklung von Devisenzahlungen durch Banken und Unternehmen verboten, deren Eigentümer in den Personen-Sanktionslisten aufgeführt sind. Ferner unterliegen zurzeit Transaktionen russischer Banken strengeren Kontrollen, wodurch die Zeit sowie die Kosten der Durchführung der Transaktionen erheblich gestiegen sind.

Nach der Untersuchung sind die Experten zu folgenden Ergebnissen gekommen:

1. Die Finanzsanktionen haben erhebliche Nebeneffekte – Rückgang bei Direktinvestitionen, Verringerung der Möglichkeiten von nichtsanktionierten Unternehmen für Kapitalverschaffung, Senkung des Kapitalzuflusses auf den staatlichen Schuldenmarkt. Dies erhöht den direkten Effekt der Finanzsanktionen um das Dreifache.  

2. Die Sanktionsfolgen werden erheblich (um ca. 40 %) durch die Reduzierung des Kapitalabflusses aus Russland kompensiert. Geschätzt wird der gesamte Kapitalabfluss in den Jahren 2014-2017 160-170 Mrd. US-Dollar betragen.

3. Die Sanktionen haben eine ziemlich schmerzhafte Wirkung auf die Realwirtschaft. 2017 wird das Binneninlandsprodukt (Stand 2013) um bis zu 2,4 % senken.

4. Der größte Schock für die russische Wirtschaft ergibt sich jedoch aus der Senkung der Ölpreise, was geschätzt zum Verlust von 8,5 Prozentpunkten des gesamten Wachstums 2014-2017 führen wird.

5. Der Ölpreisverfall hat die Senkung von Haushaltseinnahmen zu 2016-2017 um 19-20 % zur Folge. Die Sanktionen – nur um 1-2 %. Im Realausdruck sind die Einnahmen sogar gestiegen.

6. Der begrenzte Effekt der Sanktionen im Vergleich mit dem Ölpreisverfall wird vielmehr dadurch erklärt, dass sich im ersten Fall die Wirtschaft aktiv adaptiert hat (u.a. durch Reduzierung des Kapitalabflusses).

7. Die Wirkung der Finanzsanktionen wurde durch den Ölpreisverfall um etwa ein 1,5-faches verstärkt.

8. Die russische Wirtschaft hat jedoch dank dem Übergang zum flexiblen Währungskurs ehebliche Adaptationsmöglichkeiten erhalten. 

Quelle: Gurvich Prilepskii'Vliianie finansovykh sanktii' na rossii'skuiu e'konomiku; Voprosy E'konomiki 2016 Nr. 1, S .5

Fotoquelle: www.vesti.az

 

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